Teneriffa Finca Ferienwohnung u. Appartement auf der Finca San Pedro, unter grossen, alten Palmen, direkt am Meer |
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TEILE UNSERER FINCA " SAN PEDRO" GEHÖREN ZU DEM NATURSCHUTZPARK RAMBLA DE CASTRO ein Bericht über
die
RAMBLA DE CASTRO aus: GEOSAISON 29 von Bernd Schwer
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Aus
der Ferne macht die Rambla de Castro nicht viel her. Ein
schmaler
Einschnitt in der steilen Felsenküste, nichts weiter. Aber wer sie
kennt, gerät
schon mal ins Schwärmen, wie Christobal, mein Begleiter:
»Einer der schönsten
Plätze der Insel! Darfst du auf keinen Fall versäumen.«
Getroffen
hatten wir uns vor einigen Tagen auf der Plaza del Charco in
Puerto de la Cruz, an einem ruhigen Abend im Straßencaffe. Die
Kellner servierten
Bier in großen Glaskrügen, es roch nach Salzwasser und
Gegrilltem; die Plaza
ist nur einen Steinwurf vom Meer entfernt und von einem guten halben
Dutzend
Restaurants umgeben. Hier ist das Herz der Altstadt, der Schnittpunkt
einiger
Gassen mit alten Mauern und Holzbalkonen. Im weiteren Umkreis sieht es
weniger
malerisch aus. Seit Anfang der 60er Jahre hat Puerto sich einen
Speckgürtel
zugelegt: rund 26 000 Betten in Apartments, Hotels und Ferienwohnungen.
Geschichtet,
gestapelt, getürmt - wie man damals halt gebaut hat. Aber immerhin
hat Puerto
noch seinen Stadtkern. Im Süden Teneriffas gibt es rund
hunderttausend Betten -
ohne den Hauch einer gewachsenen Stadt dazu. »Sie ist eine der wenigen
Schluchten an der
Nordküste, die noch in fast
ursprünglichem Zustand sind. So wie hier, muß es vor ein,
zwei Generationen
noch überall auf der Insel ausgesehen haben.« Damit
marschierte er los und ich
hinterher. Christobal gehört zu den Wanderern, die niemals
schwitzen und die
auch nach zwölf Stunden Marsch noch nicht müde sind.
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Seit
Christobal vor einigen Monaten sein Studium abschloß, hat er noch
keinen
festen Job gefunden. Also improvisiert er, hält Vorträge
über Flora und Fauna,
zu denen er seine Dias zeigt, arbeitet Treckingtouren für deutsche
Reiseverstalter aus, übersetzt, dolmetscht und nebenher schreibt
er Expertisen
und Gutachten für Umweltschutzgruppen, kämpft
gegen illegale
Bauten und für den Schutz seltener Pflanzen. |
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Über die Rambla de Castro
hatte er nicht zuviel versprochen. Der
Weg
schlängelte sich in Serpentinen den steilen barranco hinunter.
Nach der dritten
oder vierten Kurve hatten wir die karge, steinige Felsenküste
hinter uns
gelassen und tauchten in einen üppigen, subtropischen Garten ein,
beschirmt von
Dattelpalmen und den ausladenden Kronen indischer Lorbeerbäume.
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Hier war
Christobal in seinem EIement. Zu jedem Strauch und Kraut sprudelte er
den
lateinischen Namen hervor. Die meisten trugen den Beinamen canariensis.
Teneriffa ist, botanisch gesehen, ein eigener Kontinent und bringt zum
Beispiel
so kuriose Pflanzen hervor wie den Löwenzahn, der einen Holzstamm
ausbildet,
als wollte er ein richtiger Baum werden.
Der
Weg mündete in eine kleine Bucht. Hohe Wellen rollten herein und
erstarben schäumend am Strand. Auf naß glänzenden
Felsen hockten Krebse und
tankten Sonne, ihre Panzer schimmerten schwarz; sobald sie unsere
Schritte
spürten, huschten sie blitzartig in Spalten und Löcher. Wir
sprangen von Fels
zu Fels am Strand entlang, bis wir die nächste Bucht erreicht
hatten. Oben an
der Steilküste tauchte eine Ruine auf, blaßgelbe Mauern ohne
Dach, die Fenster
hohle Ramen vor blauem Himmel. »Bei dem Haus«, sagte
Christobal, »machen wir
Rast. Wir müssen nur ein
bißchen
klettern.«
Eine
halbe Stunde später setzten wir uns an die Mauer der Ruine,
wischten
den Schweiß ab und nahmen einen tüchtigen Schluck, aus
Christobals
Zwei-Liter-Plastikflasche, in der er Gebirgswasser mitgebracht hatte.
Seinen
Vorrat beschafft er sich stets auf seinen Wandertouren in den Bergen.
Statt in
einer Bar etwas zu bestellen, holt er seine Plastikflasche raus und
bittet Wirt
oder Wirtin freundlich, sie ihm am Wasserhahn aufzufüllen.
»Das beste Wasser,
das du kriegen kannst. Ich trinke nichts anderes,« Im Schatten
der Mauer packte
Christobal seinen Rucksack aus: dunkles Brot, Avocados, Tomaten,
Zwiebeln, Käse
und Salz. Er zerdrückte die Avocados zu einer cremigen Masse,
bestrich Brote
damit, legte dünne Scheiben Weißkäse mit Tomaten- und
Zwiebelscheiben darauf
und salzte. Keine Brotzeit hätte nach dem schweißtreibenden
Aufstieg über die
Klippen besser schmecken können. Für
den nächsten Tag standen seine Pläne schon fest: Nach der
Küste sollte
das Gebirge dran sein. Von La Lagana fuhren wir hoch in die Anaga
Berge. Die
Straße war schmal, sehr kurvig und führte uns nach Taborno:
ein Dutzend weiße
Häuser, ein Esel, der in einem Hinterhof schrie, dazu Hundegebell
und die
Kinderstimmen aus dem Schulhaus, das aus einem einzigen Raum besteht,
direkt an
der kleinen Plaza. Vor
uns erhob sich der Roque de Taborno, eine Felsnadel, die gut 700 Meter
über der Küste hochragt. Vom Dorf fährt ein Pfad, den
die Ziegenhirten
benutzen, einmal rund um den Felsen. Auf diesem Pfad überblickten
wir die
gesamte Nordseite des Anaga-Gebirges: steile Falten und Hänge, die
unwegsam
erschienen - und schon gar nicht für den Feldbau geeignet. Aber
nachdem das
Auge sich an der großen Aussicht satt gesehen hatte, entdeckten
wir sie: grüne
Flecken in der Wildnis - Felder, terrassiert, von Hecken umgeben, wie
hängende
Gärten. Wenige Quadratmeter groß und nur zu Fuß
zugänglich. Wein,
Getreide und Kartoffeln werden hier angebaut. Die
kleinen Rodungen sind im Gegensatz zu vielen Terrassenfeldern an der
Küste immer noch bewirtschaftet. »Hier oben hat sich nicht
viel geändert«,
sagte Christobal, »die Menschen leben wie vor hundert Jahren. Und
vor hundert
Jahren lebten sie kaum anders als die Guanchen vor 500 Jahren.«
Die Bauern
mögen Autos fahren und Fernseher haben, aber die alten Traditionen
und Regeln,
die seit Generationen gelten, sind immer noch mächtig. Das
Dorfleben hat seinen
eigenen Rhythmus. Man spürt es, wenn man durch die Gassen
schlendert und einem
in den Sinn kommt, daß Begriffe -wie etwa Multimedia oder Last
Minute hier oben
klingen, als wären sie vom Mars. Daß
auf Teneriffa große Gebiete sehr abgelegen sind und vom Tourismus
kaum
berührt - damit hätte ich nicht gerechnet. Eher auf La
Gomera, La Palma oder EI
Hierro, den Westinseln, die im Windschatten des Massentourismus liegen
und viel
von ihrer Ursprünglichkeit bewahrt haben. Aber
auf der Ferieninseln Teneriffa?
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